Interview Christian Wachs Director Order Handling & Logistics

Hingabe, Leidenschaft und ein Gespür für Prozesse

Die Laufbahn von Christian Wachs ist ungewöhnlich. Trotz schwieriger Ausgangsbedingungen hat er sich mit viel Einsatz und Hingabe seinen beruflichen Erfolg hart erarbeitet. Heute ist er Director Order Handling and Logistics und lebt beruflich für die Analytik Jena.

Herr Wachs, wie sind Sie zu Analytik Jena gekommen? Wie hat alles angefangen?

In meiner Jugend war ich etwas unstet, könnte man sagen. Nach zwei abgebrochenen Ausbildungen kam ich 2005 für ein Praktikum im Lager zu Analytik Jena. Eigentlich sollte dieses Praktikum nur sechs Monate dauern, jedoch wurde mir danach eine Ausbildungsstelle als Fachkraft für Lagerlogistik angeboten. Mir hat das Praktikum damals so gut gefallen, dass ich sofort zugesagt habe. 

Was war ihr erster Eindruck vom Unternehmen? Wie empfanden Sie die Atmosphäre?

Ich war vorher im Handel und in der Baubranche tätig. Dort war der Umgang miteinander sehr rau und schon für kleine Fehler erntete man viel Kritik. Bei Analytik Jena war das völlig anders. Der kollegiale Umgang miteinander und die Unterstützung, die ich von den Kollegen bekam, haben mich wirklich beeindruckt. Fehler wurden analysiert und als Verbesserungschance verstanden. Alle haben mich sofort integriert und trotz meiner Unerfahrenheit als vollwertiges Team-Mitglied aufgenommen. Ich habe auch sofort gemerkt, was meine Arbeit und mein Einsatz für einen unmittelbaren Beitrag leisten – zum Wohl des Kunden und des Unternehmens. Das hat mich begeistert. Noch dazu bin ich vollkommen in der Logistikarbeit aufgegangen. Das Arbeiten mit dem Warenwirtschaftssystem und anderen IT-Systemen hat meine Leidenschaft für Zahlen und Prozesse so richtig entfacht.

Im Laufe der Zeit haben Sie mehr und mehr Verantwortung übernommen? Wie kam es zu dieser Entwicklung?

Ich schloss meine Ausbildung 2009 erfolgreich ab und arbeitete danach zunächst im Wareneingang in Jena. Unser Team war damals mit drei Personen noch recht klein. Ab 2011 habe ich den Versand für den Life-Science-Bereich betreut. Zu dieser Zeit waren die Bereiche Chemische Analyse und Life Science noch klar voneinander getrennt. Mein Kollege Sven Laslop aus dem Prozess-Controlling und ich hatten damals viele Optimierungspotenziale in der Logistik ausgemacht. Es gab einige Ansatzpunkte, die Logistik effizienter zu gestalten, Prozesse zu streamlinen und Kapazitäten besser zu organisieren. Also haben wir uns gemeinsam dafür stark gemacht, die Lager zusammenzulegen und neu zu organisieren. Aus dieser Initiative heraus entstand 2013 der Bereich Logistics und mir wurde dessen Leitung anvertraut. In der für mich neuen Rolle als Führungskraft hat mich Analytik Jena sehr unterstützt. Nicht nur mit den Führungskräftetrainings – ich habe einfach gespürt, dass das Unternehmen wirklich an mich glaubt. Das war wieder ein Punkt, der mich schwer beeindruckt hat. Als Leiter der Logistik habe ich dann unter anderem den Umzug der Lager nach Maua und später nach Schorba betreut. Da wir eng mit dem Order Handling verwoben waren, habe ich ein großes Interesse für diesen Bereich entwickelt – vor allem für die Prozesse zwischen Order Handling und Lager. 2017 wurde mir dann von der Unternehmensleitung angeboten, den Bereich Order Handling mitzuleiten. Berufsbegleitend habe ich außerdem eine Meisterausbildung zum Industriemeister Logistik gemacht (mit Auszeichnung – Anm. d. Red.), um noch besser auf die tägliche Arbeit vorbereitet zu sein.

Sie sind jetzt seit 15 Jahren im Unternehmen. Wie hat sich die Analytik Jena im Laufe der Zeit verändert?

Ich denke, insgesamt hat die Analytik Jena eine sehr positive Entwicklung vollzogen. Die verschiedenen Geschäftsbereiche sind stärker zusammengewachsen und auch die Kommunikation zwischen den Abteilungen hat sich stark verbessert. Es herrscht ein reger Austausch untereinander und es gibt viel mehr gemeinsame Projekte. Auch der Stellenwert des Bereichs Operations ist wesentlich größer geworden.

Sie sind jetzt Director Order Handling and Logistics. Welche Themen betreuen Sie und welche Herausforderungen müssen Sie dabei täglich meistern?

Wir betreuen die Versandlager, das Order Handling und kümmern uns um die bedarfsgerechte Planung der Liefer- und Produktionsketten, inklusive der gesamten Geräteplanung sowie der Ersatzteil- und Verbrauchsplanung. Die komplette internationale Auftragsabwicklung und der Versand werden von unserem Bereich aus gesteuert. Hinzu kommen das Reklamationswesen, die Export- und Zollkontrolle sowie das Dokumentengeschäft, wozu etwa Zahlungsbedingungen, Liefervereinbarungen und dergleichen zählen. Durch die vielen Aufgabenbereiche unterhalten wir sehr enge Schnittstellen zu anderen Abteilungen – etwa dem Vertrieb, der Produktion oder dem Produktmanagement. Eines möchte ich hier noch erwähnen: Durch die Corona-Pandemie und die erhöhte Nachfrage nach unseren Instrumenten hatte mein Team auf einen Schlag sehr viel mehr Arbeit auf dem Tisch. Sie haben das super gemeistert und auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf bewahrt. An dieser Stelle möchte ich mich deshalb auch noch einmal bei meinem großartigen Team für den tollen Einsatz bedanken.

Welche Ziele haben Sie für Ihre Bereiche? Wo soll es künftig hingehen?

Mein Ziel ist es, die Auftragsbearbeitung und auftragsbezogene Kundenkommunikation weltweit zu automatisieren, damit mehr Kapazitäten und Ressourcen in die Betreuung der Kunden investiert werden können. Wir sind dabei auf einem guten Weg, haben aber noch einige Herausforderungen zu meistern. Aber ich bin sicher, dass wir das schaffen werden.

Was motiviert Sie? Was treibt Sie an?

Ich habe eine sehr enge Bindung zur Analytik Jena und ich liebe meinen Job. Das Unternehmen hat an mich geglaubt und mich immer unterstützt. Dafür bin ich unendlich dankbar und das motiviert mich in meiner täglichen Arbeit. Ich möchte dem Unternehmen, das auch in schwierigen Zeiten zu mir gehalten hat, etwas zurückgeben. Der Erfolg der Analytik Jena und ihr Wachstum treiben mich an. Ich setze mich dafür ein, dass das Unternehmen auch in Zukunft erfolgreich ist.

Wie motivieren Sie Ihr Team?

Erfolg ist die größte Motivation. Mein Team ist sehr daran interessiert, dass die Analytik Jena wächst und die Kunden zufrieden sind. Ist das Unternehmen erfolgreich, motiviert uns das alle ungemein. Darüber hinaus ist es mir wichtig, für das Team da zu sein und transparent mit Informationen umzugehen. Verlässlichkeit ist ein weiterer Punkt. Versprechen, die ich gebe, halte ich auch. Insgesamt möchte ich als Führungskraft mit gutem Beispiel vorangehen.

Was machen Sie, um mal richtig abzuschalten?

Meine Frau würde sagen, dass ich rund um die Uhr für die Analytik Jena da bin (lacht). Privat ist mir meine Familie sehr wichtig. Meine Frau und meine Tochter helfen mir abzuschalten. Ansonsten koche ich sehr gerne oder kümmere mich um meine Pflanzen. Ab und zu hole ich auch mal die PlayStation hervor, um in andere Welten abzutauchen.

Gibt es etwas – ein Ereignis oder persönliches Highlight –, das in Ihrer langjährigen Analytik Jena-Karriere besonders heraussticht?

Es gab sehr viele Highlights. Ich möchte aber zwei besonders herausstellen. Das erste Highlight ist mein Team im Oder Handling, das sich in den letzten Jahren hervorragend entwickelt hat und eng zusammengewachsen ist. Das zweite ist der Umzug des Versandlagers von Maua nach Bucha. Trotz kurzem Planungszeitraum verlief der Umzug reibungslos, ohne dass unsere Kunden Verzögerungen der Lieferzeiten hatten. Das war eine riesige Leistung unserer Logistik, dem Einkauf und dem Facility Management.

Vielen Dank für das Interview.